Wikipedia wird aus Protest gegen das neue Urheberrecht abgeschaltet. Die Piraten protestieren ebenso und rufen zur Demo am 23.3. auf.

Wikipedia bleibt heute schwarz. Die Website der Piraten ebenso.

In der Schweiz erreicht die Neuregelung des Urheberrechts genauso wie auf europäischer Ebene die heisse Phase. Bei beiden ist gemeinsam, dass Uploadfilter und Leistungsschutzrecht vorgesehen sind. Die Arbeitspapiere von Bund und Parlament belegen, dass in der Schweiz ebenso rigide Massnahmen geplant sind wie in der EU. Es folgen teurere Lizenzen, verschärfte Strafverfolgung und ein grosser Kollateralschaden für die breite Bevölkerung. Die Informationsfreiheit für Bürger*innen und Kreative bleibt auf der Strecke, während nur wenige Grosskonzerne der Medien- und Rechteverwertungsindustrie profitieren werden.

Pascal Fouquet, Kampagnenleiter der savetheinternet.info-Petition gegen Uploadfilter und Leistungsschutzrecht mit 4.9 Millionen Unterzeichnern – eine der grössten Petitionen aller Zeiten – kommentiert: «Leistungsschutzrecht und Uploadfilter beschädigen grundlegende  Prinzipien unseres Internets. Das Web 2.0 konnte sich nur so dynamisch entwickeln, weil nicht Plattformen, sondern kreative Internetnutzer*innen für ihr Handeln verantwortlich waren. Die geplanten Verschärfungen stellen eine elementare Bedrohung für das Internet, wie wir es kennen, dar.»

Kilian Brogli, Co-Präsident der Piratenpartei Schweiz zum BlackOut: «Erst wenn etwas nicht mehr existiert, werden wir uns dessen Existenz bewusst und dies vermissen. Der BlackOut von Wikipedia zeigt nun auch in der Netz-Welt, dass das Internet ein fester Bestandteil unseres Altages geworden ist. Dank z.B. Wikipedia können wir immer auf ein immenses geteiltes Wissen zurückgreifen, welches von Menschen ohne Uploadfilter auf diese Platform  geladen werden konnte und gemeinsam von Menschen redigiert und korrigiert wurde. Mit einem bis jetzt noch steuerfreien Link kann auch über Suchmaschinen für alle auf dieses Wissen zurückgegriffen werden»

Die Piraten unterstützen die Rechte aller Kreativen und setzen sich für ein modernes Urheberrecht sowie die vernünftige Regulierung marktbeherrschender Internetkonzerne ein. Die geplanten Reformen hingegen bringen unseres Erachtens jedoch deutlich mehr Schaden als Nutzen für alle Bürger*innen, europaweit.

Dagegen protestieren wir in der Schweiz mit einer Demo am Samstag, 23. März, 13:37 Uhr, am Helvetiaplatz in Zürich.
Infos zu den europaweiten Demonstrationen finden sich auf https://savetheinternet.info/demos