E-Voting: Für die Piratenpartei ist die Veröffentlichung des Quellcodes unumgänglich

Wie die Sonntagsausgabe der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» vom 21. Juli berichtet, hat ein Informatiker eine schwerwiegende Sicherheitslücke im E-Voting-System der Kantone Genf, Bern, Luzern und Basel-Stadt gefunden. Diese Neuigkeit bestätigt die Bedenken, welche die Piratenpartei Schweiz seit Jahren immer wieder geäussert hat. Die Piratenpartei hat unter anderem in ihrer kürzlich abgegebenen Vernehmlassungsantwort auf die Sicherheitsanforderungen hingewiesen, die nötig sind, um Fehler bei der Stimmabgabe ausschliessen zu können.

Mitglieder der Piratenpartei konnten zu Jahresbeginn bereits Zugang zum Quellcode der Genfer Software erhalten. Ihre Erkenntnisse, die demnächst veröffentlicht werden, lassen nicht den Schluss zu, dass das Sicherheitsdispositiv ausreichend ist. Die Qualität der Softwareentwicklung lässt zu wünschen übrig und entspricht nicht den Anforderungen, die sich an eine solch kritische Anwendung stellen. Mit diesem Beispiel wollen die Piraten auch aufzeigen, dass heute viele Menschen bereit sind, zu einer Verbesserung der elektronischen Stimmabgabe beizutragen.

Für Alexis Roussel, Präsident der Piratenpartei Schweiz, ist klar: «Die Bürger müssen an diesem Projekt beteiligt werden. Es ist nicht akzeptabel, dass ein Informatiker derartige Risiken eingehen musste, um einen Beitrag an ein solch grundlegendes Werkzeug unserer Demokratie zu leisten.»

Es ist jetzt wichtig, dass der komplette Quellcode ohne Einschränkung öffentlich zugänglich gemacht wird. Computersicherheit kann nur in voller Transparenz konzipiert werden. Es empfiehlt sich, dem Vorbild Estland zu folgen, das den Quellcode seines E-Voting-Systems kürzlich veröffentlicht hat.