Vorwort
Liebe Piraten und Sympathisanten
Wir blicken auf ein spannendes und bewegtes 2024 zurück.
Seit über 15 Jahren sorgt die Schweizer Piratenpartei für mehr Digitalkompetenz in der Politik. Ein tolles Team an engagierten Mitgliedern schreibt Stellungnahmen, sammelt Unterschriften für Initiativen und Referenden, lobbyiert in der Politik, betreibt Server für private Kommunikation, informiert auf Social Media und in Business Netzwerken oder bringt die Piratenpartei anderweitig vorwärts.
Einige von uns sind gewählte Politiker in Parlamenten, andere werken im Hinter- oder Untergrund. Manche verbreiten die piratigen Positionen bei Freunden und Familien. Dieses ganze Spektrum und die Erfolge machen Freude und Lust auf mehr!
In dem Sinne bedanken wir uns herzlich bei unserer Crew, die in stürmischen Zeiten so viel leistet. Und wir danken allen, die uns bei unserer manchmal schwierigen Arbeit stützen und unterstützen! Und natürlich danken wir auch allen Passagieren, Sponsoren und anderen Helfern, die uns auf unserer Piratenreise vorwärts bringen.
Wir freuen uns, wenn alle auch in der Zukunft mithelfen, die Erfolgssträhnen der Piratenpartei weiterzuführen.
Mit einem freundlichen Arrr! von der Brücke
Jorgo Ananiadis, Präsident
Internes
Der Vorstand der Piratenpartei traf sich im 2024 zu rund 25 Sitzungen. Zusätzlich wurde ein mehrfaches an projektspezifischen Sitzungen abgehalten, für Vernehmlassungen, Kampagnen etc.
Fast wöchentlich wurde der «Digitalpolitische Wochenrückblick» publiziert mit über 500 Verweisen auf politische Ereignisse, Medienberichte, Hacks oder Leaks.
Auch beim Cyberstammtisch, der seit 5 Jahren praktisch jeden Donnerstagabend stattfindet, war immer ein Vorstandsmitglied dabei. Zu aktuellen Themen haben wir immer wieder hochkarätige Gäste und Experten geladen.
Bei den von den Sektionen organisierten real-live-Stammtischen quer durch die Schweiz gab es unzählige Gelegenheiten zum persönlichen und direkten Austausch.
E-ID
Das Jahr begann fulminant: Die Piratenpartei wurde eingeladen um in der Rechtskommission des Nationalrates ihre Positionen zum geplanten E-ID-Gesetz darzulegen. Als Experten durften Jorgo Ananiadis und Pascal Fouquet die Artikel zerpflücken und wir konnten deutlich unsere roten Linien darlegen:
- Die Sammlung von biometrischen Gesichtsbildern bei der Online-Ausstellung
- Der einfache Abruf unserer Daten durch Privatunternehmen, insbesondere von Grosskonzernen des Überwachungskapitalismus
- Die mangelnde Freiwilligkeit auch in Bezug zum Jugendschutzgesetz.
Im weiteren Verlauf des Jahres haben wir regelmässig in Presse, Podien und Parolen auf diese und weitere problematische Punkte hingewiesen. Als kleinen Erfolg konnten wir die Vor-Ort-Ausstellung durchsetzen, die zuerst als unmöglich zurückgewiesen wurde und es dann doch ins revidierte Gesetz geschafft hat.
Das unter grosser Kritik stehende Online-Ausstellungsverfahren wurde vom Bund in einer streng geheimen Ausschreibung beschafft. Nach einem Öffentlichkeitsgesuch von Jorgo Ananiadis und Verhandlungen mit den Departementen konnten wir schlussendlich die Befreiung aller Dokumente dieser SIMAP-Ausschreibung erreichen.
Der finale Text des sogenannten „Bundesgesetzes über den elektronischen Identitätsnachweis und andere elektronische Nachweise“ beinhaltet aber weiterhin einige inakzeptable Punkte. Darum haben wir präventiv an der Hauptversammlung im Oktober beschlossen, das Referendum zu ergreifen.
https://www.piratenpartei.ch/2024/01/22/teilnahme-anhoerung-rechtskommission-nr-zur-e-id/
https://www.piratenpartei.ch/2024/06/28/rk-staenderat-verschlechtert-e-id-vorlage/
https://www.piratenpartei.ch/2024/09/10/zweites-referendum-e-id-vorlage-im-bundeshaus-liefert-genug-nein-argumente-fuer-den-urnengang/
Technologiefolgenabschätzungen: Auswirkungen von KI auf Sozialsysteme
Zu den eidgenössischen Abstimmungen zu den Reformen der Altersversicherung haben wir eine Analyse bezüglich der Auswirkungen von KI auf unsere Sozialsysteme erarbeitet, da die laufende Automatisierung und KI-Entwicklung den Arbeitsmarkt radikal verändern. Doch die Politik ignorierte die Folgen. Die Piratenpartei kritisiert, dass sowohl die Renteninitiative als auch die 13. AHV-Rente diesen Wandel ausblenden.
Eine Rentenaltererhöhung würde die Arbeitslosigkeit im Alter verschärfen, während steigende Lohnabgaben menschliche Arbeit noch unattraktiver machen. Doch weder der Bund noch die Initiativen berücksichtigen, dass bis 2030 ein grosser Teil der Jobs durch KI wegfallen wird.
Die Piratenpartei fordert daher eine grundlegende Reform der Sozialversicherungen, welche Automatisierung und KI in die Finanzierung einbezieht. Digitalisierung muss der Gesellschaft dienen – nicht nur den Unternehmen.
Vernehmlassung Militärgesetz
Die geplante Änderung des Militärgesetzes enthält schwerwiegende Verschärfungen, die der Bund geschickt hinter bürokratischen Begriffen versteckt. Unter „Requisitionsgüter requirieren“ verbirgt sich das Recht, Personen – insbesondere im Cyberbereich – auch in Friedenszeiten zu Zwangsarbeit zu verpflichten.
Zusätzlich könnte nach Art. 80 jeder zur Arbeit gezwungen werden, sobald Truppen aufgeboten werden. Eigentum kann genutzt oder sogar zerstört werden. Besonders besorgniserregend ist die geplante Speicherung hochsensibler Daten wie Sprechmuster, genetische Informationen oder Geolokalisierungsdaten von Armeeangehörigen.
Vernehmlassung Bundesgesetz über die politischen Rechte und Bericht der OSZE
Wir begrüssten einige Änderungen im BPR, schlugen aber Präzisierungen und Verbesserungen vor.
Eine unabhängige Wahlbeobachtung ist in der Schweiz kaum möglich – ein massives Defizit für eine Demokratie. Während Kantone und Gemeinden ihre Wahlen unbeobachtet durchführen, wird selbst OSZE-Beobachtern der Zugang erschwert. Wir fordern klare rechtliche Grundlagen für eine transparente Wahlüberprüfung.
Zudem muss das Bundesgericht Verstösse des Bundesrates gegen die freie Meinungsbildung prüfen können. Falschinformationen im Abstimmungsbüchlein oder durch Bundesrätinnen und Bundesräte dürfen nicht mehr folgenlos bleiben. Demokratie braucht faire Abstimmungen, keine irreführende Kommunikation von oben.
Auch die Barrierefreiheit bleibt unzureichend: Sehbehinderte Stimmberechtigte sind weiterhin auf uneinheitliche Stimmzettel angewiesen, die mit Lesegeräten oft nicht nutzbar sind. Die einfachste Lösung liegt auf der Hand – schweizweit behindertengerechte Stimmzettel.
Wir Piraten fordern eine Wahlrechtsreform, die Transparenz, Fairness und Barrierefreiheit endlich ernst nimmt!
https://www.piratenpartei.ch/2024/04/18/stellungnahme-vernehmlassung-bundesgesetz-ueber-die-politischen-rechte/
https://www.piratenpartei.ch/2024/10/18/schweizer-demokratie-hat-risse-bericht-der-osze-wahlbeobachtung-zu-den-nationalen-wahlen-2023/
Polap
Der Ständerat hat eine Motion für einen schweizweiten Polizeidatenraum verabschiedet. Unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung soll eine zentrale Plattform (POLAP) geschaffen werden, die auch den internationalen Datenaustausch ermöglicht. Doch betroffen sind nicht nur Kriminelle, sondern auch Zeugen und Opfer von Straftaten.
Wir Piraten kritisieren diese massiven Grundrechtseingriffe:
- Bereits heute existieren ausreichende Befugnisse für den Datenaustausch. Eine Verknüpfung aller Polizeidatenbanken ist unverhältnismässig und unnötig.
- Der uneingeschränkte Zugriff auf sensible Daten verletzt die Privatsphäre und verstösst gegen Menschenrechte. Schutzmechanismen fehlen völlig.
- Die internationale Anbindung birgt enorme Risiken für Missbrauch und Datenschutzverletzungen.
Diese potenzielle Verfassungsänderung bedeutet eine gefährliche Ausweitung der Polizeibefugnisse. Wir werden uns mit Verbündeten für das obligatorische Referendum einsetzen.
EMBAG: Förderung von Digitalen Leuchtturmprojekten
Das Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben (EMBAG) legt die Grundlage für die Förderung von Digitalisierungsprojekten mit öffentlichem Interesse. Die Verordnung dazu geht in eine sinnvolle Richtung, weist aber aus Sicht der Piraten noch erhebliche Schwächen auf.
Kritisch sehen wir insbesondere:
- Zu restriktive Förderungsvoraussetzungen – Nur Projekte, die direkt Behördenaufgaben unterstützen, sind förderfähig. Dies schliesst viele gesellschaftlich wertvolle Vorhaben aus.
- Unflexible Antragsfristen – Eine jährliche Einreichung von Gesuchen passt nicht zur schnellen Entwicklung im IT-Bereich. Wir fordern vierteljährliche Fristen.
- Unklare Zusammensetzung der Fachjury – Die Auswahlkriterien müssen sicherstellen, dass nicht nur Behörden, sondern auch Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft angemessen vertreten sind.
- Public Money, Public Code – Geförderte Projekte sollten unter offenen Lizenzen (FLOSS) stehen und ihre Quellcodes kontinuierlich öffentlich zugänglich machen.
Die Piraten fordern eine Anpassung der Verordnung, um digitale Souveränität zu stärken und eine nachhaltige, transparente Entwicklung zu ermöglichen.
UN Cybercrime Convention
Mit der UN-Cybercrime Convention wurde eine internationale Grundlage für Überwachungsmassnahmen geschaffen. Darin enthalten sind sämtliche Massnahmen gegen die wir in den letzten Jahren gekämpft haben.
Besonders problematisch ist die Möglichkeit, dass die Schweiz automatisch Daten an Staaten liefern müsste, in denen gewisse Meinungsäusserungen als Verbrechen gelten. Kritisch sind zudem die geforderten Massnahmen wie Vorratsdatenspeicherung, Kabelaufklärung und Chatkontrolle, die grundlegende Rechte verletzen. Betroffen wären nicht nur Schweizer Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Dissidenten und NGOs mit Sitz in der Schweiz.
Zu den Hauptproblemen gehören:
- Grundrechtswidrige Überwachung – Massnahmen wie Vorratsdatenspeicherung und Kabelaufklärung würden global standardisiert, obwohl sie in vielen Ländern bereits als verfassungswidrig gelten.
- Gefährdung von Journalisten und Whistleblowern – Medienschaffende könnten zur Herausgabe von Daten gezwungen werden, wenn sie mit Whistleblowern zusammenarbeiten.
- Schwächung des Datenschutzes – Sensible Daten könnten ohne angemessene Schutzmechanismen international ausgetauscht werden.
- Einschränkung der IT-Sicherheitsforschung – Die weit gefasste Definition von Cybercrime könnte legitime Sicherheitsanalysen kriminalisieren.
- Unklare Begriffsdefinitionen – Der schwammige Straftatenkatalog erlaubt es autoritären Staaten, politische Opposition oder Online-Aktivismus zu verfolgen.
Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen wie Privacy International, Access Now und European Digital Rights haben bereits massive Kritik geäussert. Auch wir Piraten lehnen die Konvention entschieden ab und fordern, dass die Schweiz ihr nicht zustimmt. Ein globaler Überwachungspakt darf nicht zum Standard für die digitale Strafverfolgung werden.
https://www.piratenpartei.ch/2024/11/12/die-schweiz-muss-gegen-die-un-cybercrime-convention-stimmen/
https://www.piratenpartei.ch/2024/12/31/un-generalversammlung-winkt-den-globalen-ueberwachungspakt-durch-am-24-dezember/
Vernehmlassung Luftfahrtgesetz
Die geplanten Änderungen im Luftverkehrsgesetz beinhalten problematische Neuerungen, die tief in Grundrechte eingreifen. Die Piraten lehnen die Vorschläge entschieden ab.
- Echtzeit-Gesichtserkennung – Flughäfen und Airlines sollen biometrische Gesichtsdaten in Echtzeit verarbeiten dürfen – ohne zwingende Notwendigkeit. Dies öffnet die Tür für eine schleichende Normalisierung von Massenüberwachung und erhöht das Risiko von Datenlecks. Der sogenannte „Flughafeneffekt“ zeigt, dass Passagiere aus Bequemlichkeit oder sozialem Druck solche Systeme akzeptieren, obwohl sie tief in die Privatsphäre eingreifen.
- Einschränkung des Öffentlichkeitsprinzips – Behördenberichte zu Audits, Inspektionen oder Vorfällen sollen nicht mehr öffentlich zugänglich sein. Statt vollständiger Transparenz würden nur gefilterte Informationen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) veröffentlicht. Dies würde die demokratische Kontrolle schwächen und das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben.
Die Piraten fordern, dass das Öffentlichkeitsprinzip uneingeschränkt erhalten bleibt und biometrische Gesichtserkennung nicht zur neuen Normalität im öffentlichen Raum wird.
Julian Assange
Wir setzten uns auch im letzten Jahr mehrfach für die Freilassung von Julian ein. Dabei organisierten gemeinsam mit Unterstützern aus dem FreeAssange.net Netzwerk unter anderem drei Demonstrationen und reichten bei der britischen und der US-Botschaft einen Offenen Brief mit über 500 Unterschriften ein. Besonders freuten wir uns dann über Freilassung Julians, auch wenn uns bewusst ist, dass es kein richtiger Sieg über das Unrecht ist, das ihm widerfahren ist. Aber wir freuen uns für ihn, dass nach über 10 Jahren die Hexenjagd zu Ende ging und er zu seiner Familie nach Australien zurückkehren und in Freiheit seine Kinder in die Arme schliessen konnte.
https://www.piratenpartei.ch/2024/02/21/free-assange-die-dritte-demonstration-und-ein-offener-brief-an-die-britische-botschaft/
https://www.piratenpartei.ch/2024/06/25/freeassange/
https://www.freeassange.net/open-letter/
Chatkontrolle
Die EU will verschlüsselte Kommunikation, auch die von Threema oder Signal mitlesen können, entweder durch einen Trojaner auf allen Handys oder durch das Brechen von Verschlüsselung. Wir schrieben deshalb einen offenen Brief und forderten Bundesrat Ignazio Cassis auf, sich bei der EU gegen die anlasslose, KI-basierte Massenüberwachung der gesamten digitalen Kommunikation der Menschen einzusetzen. Dazu veranstalteten wir auch einen Flashmob in Bern.
Wegen zahlreichen internationalen Proteste wurde in Brüssel noch nicht final abgestimmt. Die Rechtskommission des Ständerats entschied sich kürzlich für eine Motion, die den Bundesrat ebenfalls zur Intervention bei der EU aufforderte, die Behandlung des Geschäfts zu sistieren, und erstmal „zu beobachten“, wie es bei der EU weitergeht.
Offener Brief und Flashmob Chatkontrolle:
https://www.piratenpartei.ch/2024/06/19/offener-brief-gegen-die-eu-chatkontrolle/
https://www.piratenpartei.ch/2024/06/20/chatkontrolle-aufgeschoben-ist-nicht-aufgehoben/
https://www.piratenpartei.ch/2025/01/24/rk-s-behandelt-endlich-den-schutz-vor-chatkontrolle/
Digitale Integrität
Die Forderung zum neuen Grundrecht auf Digitale Integrität erhebt sich als bürger- und menschenrechtliche Antwort auf den tiefgreifenden Wandel der Digitalisierung, welche Demokratien weltweit vor neue Herausforderungen stellt. Das Grundrecht auf Digitale Integrität konkretisiert das Grundrecht auf Privatsphäre und gibt diesem eine zeitgemässe Kontur: Es legt die rechtliche Grundlage für einen umfassenden Schutz der Menschen vor missbräuchlichen Eingriffen in ihre digitale Existenz, also in die Gesamtheit der über jeden einzelnen Menschen verfügbaren Daten. Das Konzept entstammt der Feder von Alexis Roussel (Präsident der Piratenpartei Schweiz 2013-2015).
Neben dem Erfolg in Zürich, welcher im Abschnitt der Sektion weiter ausgeführt wird, gab es parallel dazu in anderen Kantonen Fortschritte: In Neuenburg wurde die Digitale Integrität 2024 mit 92 % Zustimmung per Volksentscheid in die Verfassung aufgenommen, und bereits 2023 erreichte Genf mit 94 % Zustimmung einen ähnlichen Meilenstein. Diese Erfolge unterstreichen die breite gesellschaftliche Unterstützung für das Anliegen. In Basel überwies das Parlament Ende 2024 eine parlamentarische Initiative mit grosser Mehrheit an die Regierung, und auf Bundesebene nahm der Nationalrat ein Postulat zum Schutz der Rechte im digitalen Raum an.
Die Bewegung für ein Grundrecht auf Digitale Integrität steht für das Prinzip einer menschenwürdigen Digitalisierung. Erklärtes Ziel der Bewegung ist die Verankerung des Grundrechts in der Verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und eine Verbreitung weit über die Landesgrenzen hinaus.
Für weitere Informationen: https://digitaleintegritaet.ch/.
Innenkommunikation
Die neue Mitgliederdatenbank auf Hitobito hatte im 2024 den ersten grossen Belastungstest zu bestehen: Wir versendeten wieder Mitgliederrechnungen: Den Piraten mit einer Adresse auf Papier mit Beilagen und allen anderen per E-Mail. Die Zahlungseingänge unterdessen teilautomatisiert, was bei rund 2000 Mitgliedern auch dringend notwendig war. Wichtig: Unsere Mitglieder können ihre Daten jetzt auch selber mutieren! Das sorgt für mehr Effizienz und weniger Fehler. Die Anleitung dazu kommt jeweils mit der Rechnung.
Digitale Infrastruktur
Im Sommer wurde ein neues Newsletter-Tool in Betrieb genommen, natürlich OSS und datensparsam: Unsere Flaschenpost kommt also in einem schöneren Design daher und man kann sich nun auch spezifisch für Kampagnen oder andere News an- oder abmelden.
Im Sinne der Performance wurden im 2024 auch unsere Serverkapazitäten nochmals erhöht.
Sektionen
Piraten Aargau, PPAG
Die Sektionswebsite hat im 2024 ein grosses Upgrade erhalten. Und sie wird laufend verbessert.
Die Stammtische finden jetzt alle zwei Wochen statt und folgen einem Turnus quer durch den Kanton: Wir treffen uns regelmässig in Aarau, Baden und Rheinfelden.
Piratenpartei beider Basel, PPBB
Im September gab es in Basel das HackThePromise-Festival, gemeinsam mit dem Datenschutz-Festival der Digitalen Gesellschaft und unterstützt von der Piratenpartei beider Basel.
Im Dezember hat die Stadt-Basel in zwei Belangen für die Interessen der Piratenpartei beider Basel entschieden: Der Grosse Rat hat eine Motion für die Einführung einer Digitalen Integrität nach dem Vorbild von Genf an die Regierung überwiesen. Im August 2023 nahm die Kantonspolizei Basel-Stadt erstmals eine grosse Videoüberwachungsanlage auf öffentlichem Grund in Betrieb, um einen Park zu überwachen. Die Wirksamkeit solcher Massnahmen ist umstritten und Basel-Stadt hat ein vergleichsweise gutes Gesetz, das eine regelmässige Reevaluation vorschreibt. Die Piratenpartei beider Basel hat hierzu ein Öffentlichkeitsgesuch gestellt. Ende 2024 wurde die Anlage ausser Betrieb genommen.
Piratenpartei Bern, PPBE
Wie jedes Jahr veranstalten wir zahlreiche Standaktionen: Mit einer Piratenschiff-Hüpfburg beschäftigten wir die Kleinen, während dem wir den Eltern unsere Piratenpartei näher bringen.
Diese Aktionen und intensive Wahlkämpfe führten zu erneuten Wahlerfolgen: Im September wurde Jorgo Ananiadis in Ostermundigen wieder in den Grossen Gemeinderat gewählt. Im November waren Wahlen in Zollikofen, wo wir mit grandiosen 3.5 Prozent ebenso einen Sitz im Grossen Gemeinderat gewannen. Bei den Wahlen in der Stadt Bern reichte es nur knapp nicht für ein Mandat, wobei wir auch hier mit einem Top Resultat sehr zufrieden sind.
Bei lokalen Themen punkteten wir mit unserer Expertise: Von der Presse wurde vor allem unsere Kritik am Polizeigesetz und dem dauerhaften Betrieb von Kennzeichenscannern aufgenommen. Ebenso präsent in den Medien war unsere Position gegen die Monokulturen und Indoktrination mit der Schul-Informatik. Mehrere Gemeinden beschafften für Millionenbeträge Computer und Software, die aber weniger auf Medien- & Informatik-Kompetenzen fokussiert waren sondern primär die Standardprodukte der grossen Konzerne promoten. Hier bleiben wir dran.
Piratenpartei Zürich, PPZH
Im Februar 2024 lancierte die Zürcher Sektion eine kantonale Volksinitiative für ein Grundrecht auf Digitale Integrität. Eine umfassende Medienkampagne sorgte für erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit und belebte den gesellschaftlichen Diskurs in der Schweiz über die Notwendigkeit neuer Schutzrechte im digitalen Zeitalter. Impulsgeber und massgeblicher Architekt der Initiative war Philippe Burger, Präsident der Piratenpartei Zürich (PPZH).
Das Grundrecht auf Digitale Integrität umfasst in Zürich sechs zentrale Einzelrechte:
- Das Recht auf Vergessenwerden.
- Das Recht auf ein Offline-Leben.
- Das Recht auf Informationssicherheit.
- Das Recht, nicht von einer Maschine beurteilt zu werden.
- Das Recht, nicht überwacht, vermessen oder analysiert zu werden.
- Das Recht auf Schutz vor der Verwendung von Daten ohne Zustimmung, die das digitale Leben betreffen.
Im August 2024 wurde die Initiative mit über 50 % mehr gültigen Unterschriften als erforderlich eingereicht. Im November bestätigte die Zürcher Regierung offiziell ihr Zustandekommen. In den kommenden Monaten wird die Politik über die Umsetzung beraten, bevor das Zürcher Stimmvolk im Herbst 2025 abstimmen darf.
Die Initiative stellt den grössten Erfolg der Zürcher Sektion dar. Die mediale Resonanz führte zu gut besuchten Stammtischen in Zürich und Winterthur. Im Sommer begrüssten wir prominente Gäste wie Stella Assange und Kristinn Hrafnsson von Wikileaks, was zu spannenden Diskussionen führte.
Ende 2024 waren wir mit Ständen an der Züri Oberland Mäss und der Winti Mäss vertreten. Mit einem Geschicklichkeitsspiel, Werbeartikeln und guter Stimmung zählten wir zu den beliebtesten Anlaufstellen. Die Gespräche dort schufen Aufmerksamkeit für die Wahlen 2027 und das Anliegen der Partei insgesamt.
Weiteres
Pirate Secon
Eine Delegation der Schweizer Piraten hat wieder einmal an der Pirate Security Conference 2024 teilgenommen. Alexis Roussel hat dort die Digitale Integrität vorgestellt und über die Entwicklungen in den Kantonen berichtet.
Weitere Beiträge gab es unter anderem von Anja Hirschel, Spitzenkandidatin der Piratenpartei Deutschland für die Europawahl 2024, und Mikuláš Peksa, Vertreter der tschechischen Piratenpartei im Europaparlament.
Besonders im Fokus stand auch in diesem Jahr der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die Auswirkungen davon im übrigen Europa.
summer:camp 2024
Einmal mehr wurde auf Petit-Vivy zu diesem dreitägigen Event eingeladen. Die Tore der Burg wurden für aktive Mitglieder und Menschen die uns immer wieder unterstützen, geöffnet.
Es gab einen Vortrag von sva zur Geschichte des Internets, einen Controller-Bau-Kurs, einen Workshop zu UX und UI Design für Websites, einen Wikipedia Crash-Kurs u.v.m.
In einem Nebenraum wurden während mehreren Stunden unsere Mitgliederrechnungen mit Jahresbericht von einer kleinen und vertrauenswürdigen Gruppe abgepackt. Im Anschluss führten wir die Versammlung der Piratenpartei Schweiz durch. Eine Podiumsdiskussion zu Künstlicher Intelligenz mit Christian Grotthoff und Evelyne Tauchnitz wurde von Pipo moderiert und bildete den offiziellen Abschluss.
Die Abseilaktion an der Burgmauer war diesmal weniger begehrt als die Piraten-Hüpfburg für die kleinen Gäste, wohl auch wetterbedingt.
Unser Dank gebührt wieder einmal dem Burgherr und allen Organisatoren, Trainern, Experten, Helfern, Köchen, Chauffeuren sowie allen Teilnehmenden!
Jahresrechnung und Bilanz
Wir brauchen DICH!
Du teilst unsere Vision von Digitalisierung, Freiheit und Transparenz?
Wir suchen immer wieder engagierte Menschen, die uns unterstützen und gemeinsam mit uns die Zukunft aktiv gestalten möchten. Egal ob Du Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit, IT, Eventorganisation, Politik hast oder einfach frische Ideen mitbringst – bei uns gibt es viele Möglichkeiten, sich einzubringen und unsere Ziele voranzutreiben. Konkret:
- Öffentlichkeitsarbeit: Erstellen des Wochenrückblicks (Sammlung von Artikeln, Erstellung von Texten oder der Grafik), Betreuung von SocialMedia-Accounts (Twitter, Mastodon, Bluesky, Facebook, Instagram und LinkedIn)
- Livestreaming und Videoschnitt: Wir haben professionelle Livestream-Ausrüstung und suchen immer Helfer für Produktion und Social-Media-Aufbereitung
- Kampagnen: Verteilung von Flyern, Standaktionen, Sattelschoner für Fahrräder überziehen u.v.m.
- Recherchen: Wir machen regelmässig vertiefte Recherchen und Abklärungen zu politischen Themen und schreiben Antworten zu Vernehmlassungen.
- Fundraising: Wir wollen uns finanziell breiter abstützen, um professioneller zu agieren und eine nationale Volksinitiative lancieren zu können.
- Maschinenraum (AG Digitale Infrastruktur): Ein kleines Script schreiben, bei der Wartung der Infrastruktur helfen … Sag uns, was du kannst!
- Administratives: Mitgliederverwaltung, Buchhaltung, Übersetzungen
- Webshop: Aufbau, Betreuung, Versand, Produktmanagement
Für jeden ist etwas dabei, mit jedem Zeitbudget, komm an Bord, hilf mit! Jede Unterstützung zählt!
Melde dich: https://www.piratenpartei.ch/chats-meetings/
Unterstütze uns!
Du findest gut, was wir machen?
Bitte unterstütze unsere Arbeit mit Deiner Mitgliedschaft und/oder einer Spende.
Wir freuen wir uns über einen finanziellen Zustupf!
Mit dem QR-Code kannst du über TWINT spenden.
Zahlungsverbindung:
- Piratenpartei Schweiz, 3000 Bern
- Postfinance Konto: 60-307660-3
- IBAN: CH32 0900 0000 6030 7660 3
- BIC: POFICHBEXXX
- Bei Mitgliedschaftsbeiträgen gib dies bitte im Kommentar an.
Bitte beachte, dass laut Statuten Spenden von juristischen Personen oder Privatspenden über CHF 500 pro Rechnungsjahr zwecks Transparenz veröffentlicht werden.
Bei Fragen erreicht ihr den Schatzmeister unter finance@piratenpartei.ch

