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  • Feb

    5.
    2008
  • Die zwei Gesichter der RIAA

    admin

    Wer hat es nicht langsam satt, dieses jahrelange herumgeheule der RIAA, dass die Künstler aller am verhungern sind? Und alles nur wegen der bösen Piraterie - dadurch werden die Künstler bestohlen - oder so ähnlich lauten die Vorwürfe. Allerdings, geht es darum Geld zu verteilen, dann hat die RIAA eine ganz andere Haltung, als jene, dass die armen Künstler unterstützt werden müssen. Die Künstler, insbesondere Komponisten und Songwriter, sind plötzlich massiv überbezahlt und deren Kompensation durch die Einnahmen, so die RIAA, muss deutlich gedrosselt werden.

    Im Streit um die Vergütungen stehen sich drei Parteien gegenüber: Verleger, Labels und die Internetshops, deren Ausschüttungsquoten zum ersten Mal über die Verhandlungen des Copyright Royalty Board bestimmt werden sollen. Während üblicherweise die Fronten zwischen Künstlern/Labels auf der einen und den digitalen Shops auf der anderen Seite verläuft, sind sich in der aktuellen Sache die vier Majors (EMI, Sony BMG Music Entertainment, Universal Music Group, Warner Music Group) mit Apple, Napster und Co. einig: <em>die Anteile der Songwriter müssen gesenkt werden.</em>

    Nach Ansicht von Labels und Musikshops hätten die Verleger gut verdient, während die Labels mit Einbussen kämpfen mussten. Von faktisch über 10% auf 8% soll der Anteil der Verleger an den Erlösen daher gesenkt werden. Dieser Anteil wird üblicherweise dann zu gleichen Teilen zwischen Verleger und Songwriter aufgeteilt. 9 Cent pro Song ist die aktuelle Vergütung bei den üblichen 99 Cent (oder gelegentlich weniger) pro Download.

    Die digitalen Musikshops vertreten eine noch radikalere Linie: die Vergütung soll für Streaming völlig abgeschafft werden, bei Kaufdownloads die 4% nicht übersteigen.

    Diese Entwicklung ist äusserst interessant, denn es zeigt ganz klar auf, dass die RIAA sich nicht im geringsten für die Künstler, sondern nur für die eigenen Taschen einsetzt!

    Quelle: The Hollywood Reporter

Submitted by admin on 5 February, 2008 - 19:47