Positionspapier Medienkompetenz und Jugendschutz
Lies auf: Präambel Dieses Positionspapier versucht das Thema Medienkompetenz und Jugendschutz zu diskutieren ohne sich in polemischen Aussagen zu verlieren, was so häufig geschieht, wenn das Thema Gewalt in Medien angesprochen wird. Politische Positionen sollten mit kühlem Kopf vertreten werden und wenn möglich auf wissenschaftlicher Erkenntnis fussen. Der Sache ist wenig gedient, wenn aus Empörung, Unverständnis und Missfallen politische Handlungen entstehen. Gerade der Jugendschutz ist von politischen Aktivitäten dieser Art stark betroffen, da Kinder und Jugendliche ein hoch emotionales Thema sind. Gerade ihre Schutzbedürftigkeit macht sie ideal für politische Profilierung, denn wer kann ernsthafte etwas gegen die Absicht einwenden, Kinder und Jugendliche schützen zu wollen. Um sie gut schützen zu können, muss man nicht nur wissen, was gut und was schlecht für sie ist, sondern man muss sie auch verstehen. Was Kinder und Jugendliche beschäftigt, wie sich sich ausrücken und wie sie die Welt wahrnehmen ist nur zu verstehen, die entsprechende Medienkompetenz vorhanden ist. Medienkompetenz ist die Fähigkeit aller Akteure einer Gesellschaft mit dem kollektiven Austausch von Information umgehen zu können. Alle Menschen benötigen Medienkompetenz, um sich gegenseitig verstehen zu können. Denn am Meisten nehmen sich Menschen nicht von Angesicht zu Angesicht wahr, sondern sie nehmen sich immer mehr durch Medien wahr, was eine Folge des technologischen Wandels ist. Nun sind nicht alle Informationen für alle Menschen geeignet. Damit ist nicht gemeint, dass Informationen vor gewissen Menschen geheim gehalten werden müssen, sondern dass es Medienkompetenz bedarf mit gewissen Informationen umgehen zu können. Kinder und Jugendliche sind davon besonders betroffen, weswegen es einen Jugendschutz im Bereich der Medien gibt. Kinder und Jugendliche sollen nicht Informationen ausgesetzt werden, die sie nicht verarbeiten können. Viel mehr soll die Medienkompetenz bei ihnen derart gefördert werden, dass sie im Erwachsenenalter dazu befähigt sind und aus dieser Perspektive nun individuell beurteilen können, was für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Für dieses Positionspapier ist es zunächst sinnvoll Begriffe zu definieren, wie den neuen Titel Medienkompetenz und Jugendschutz. Dann werden die Kernpunkte dargelegt und im anschliessenden inhaltlichen Teil ausführlich erklärt. Benennung des Themas: Medienkompetenz und Jugendschutz Der bisherige Titel ‚Mediale Gewalt und Jugendschutz‘ setzt den Fokus direkt auf das Thema Gewalt in Medien, während wir doch das Thema breiter fassen wollen, und es eben nicht nur auf die Gewaltfrage reduzieren möchten. Gewalt in Medien ist nur ein Aspekt, zentral ist viel mehr die Reflexion über alle Aspekte medialer Darstellung und Interaktion: Sucht, Kommerzialisierung, Gewalt, kultureller Ausdruck, sportliche Kompetenz etc. Mit allen Aspekten eigenverantwortlich umgehen zu können, ist Medienkompetenz. Eine gesellschaftliche Schutzfunktion für Menschen, die noch nicht die Fähigkeit zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit bestimmten Medienaspekten haben (Kinder und Jugendliche), muss das Thema Medienkompetenz ergänzen. Jugendschutz soll aber immer der Herausbildung von Medienkompetenz dienen, indem es eine altersgerechte Auseinandersetzung mit Medien bewirkt. Metaphorisch ausgedrückt sollen Kinder und Jugendliche in jenes Schwimmbecken, dass sie herausfordert, aber nicht überfordert. Interaktive Unterhaltungssoftware als summarische Bezeichnung für alle PC- und Video-Spiele Wenn wir von PC- oder Video-Spielen sprechen, dann meinen wir das Kulturgut, aber untergraben diesen Aspekt, wenn wir es als ‚Spiele‘ bezeichnen. … Positionspapier Medienkompetenz und Jugendschutz weiterlesen
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