Sehr geehrter Herr Thür,
seit längerer Zeit steht nun Sony wegen der Veröffentlichung von Kundendaten in der Öffentlichkeit. Insbesondere vier der letzten Vorfälle bei Sony lassen mich am rechtmässigen Umgang von Sony mit Kundendaten zweifeln:
Es gelingt einem Eindringling, die 77 Millionen Benutzerprofile des Sony Playstation Networks zu beschaffen1.
Aus dem Online-Spiele-Angebot Sony Online Entertainment werden weitere 25 Millionen Profile kopiert2.
Sony veröffentlicht aus Versehen selber 2500 Datensätze3.
Durch einen Anfängerfehler können die Hacker diverse Benutzerprofile übernehmen4.
Seither liest man fast täglich von weiteren Hacks Sonys5.
Bei diesem Konzern scheint es doch erheblich am Bewusstsein für eine ausreichende Datensicherheit und überhaupt dem Umgang mit personenbezogenen Daten zu mangeln.
Hiervon sind immerhin die Identitäten von ca. 430’000 Schweizern betroffen6. Ein derartig laxer Umgang mit Daten ist durchaus geeignet, das Vertrauen der Bevölkerung in die Datenbearbeitung von Sony nachhaltig zu erschüttern. Es ist daher von einem Systemfehler gemäss Art. 29 DSG auszugehen.
Daher wollte ich gerne Anregen, dass der EDÖB sich dieser Sache annimmt und die Datenbearbeitungsmethoden von Sony untersucht und gegebenenfalls eine Empfehlung an Sony richtet, die Datensicherheit der betroffenen Schweizer zu gewährleisten.
Ich danke Ihnen recht herzlich für die Berücksichtigung meines Anliegens.
Mit freundlichen Grüssen
Denis Simonet
Präsident der Piratenpartei Schweiz
Mitunterzeichner:
Pascal Gloor, Vizepräsident der Piratenpartei Schweiz