Der Staatsekretär für Bildung und Forschung, Mauro Dell’Ambrogio, wirbt in den Medien derzeit aktiv für eine Verdoppelung der Studiengebühren in der Schweiz.1 Im Gegensatz dazu erachtet die Piratenpartei Schweiz diese Verdoppelung derzeit für nicht vertretbar und sieht sie als gefährlicher Schritt in Richtung einer Zweiklassengesellschaft.
Gemäss Erhebungen des Bundes liegen die Lebenshaltungs- und Ausbildungskosten für Studierende in der Schweiz bereits heute bei 24‘000 Franken pro Jahr.2 Eine Verdoppelung der Gebühren würde diesen Betrag nochmals um 2'000 Franken erhöhen. Dies stellt für Studierende aus sozial schwächeren Schichten eine zusätzliche finanzielle Hürde dar. Es kann also nicht davon gesprochen werden, dass ein Studium "quasi-gratis" zu haben sei.
In der Schweiz existiert ein Stipendienwesen, das sehr unterschiedlich und schlecht ausgebaut ist. Das Gesamtvolumen der Stipendien hat seit 1993 um 25% abgenommen.3 Da die Bundessubventionen zudem um über 30% gesunken sind, werden die Ausbildungsbeiträge je nach Heimatkanton sehr unterschiedlich an Studierende verteilt: Der Pro-Kopf-Wert im Kanton Jura beträgt 87 Franken, im Kanton Schaffhausen hingegen nur 17 Franken, obgleich beide Kantone eine ähnliche relative Anzahl Studierender aufweist. Die Konsequenz: Bereits heute gehen rund 77% aller Studierenden neben dem Studium einer Erwerbsarbeit nach, um sich Studium und Leben zu finanzieren.
Die Piratenpartei ist der Ansicht, dass allen der Zugang zu Bildung offen stehen sollte und unterstützt daher auch die Stipendieninitiative des VSS (Verband der Schweizer Studierendenschaften) zur Förderung der Chancengleichheit.