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  • Oct

    17.
    2010
  • 2xNein!

    admin

    Die Piratenpartei Schweiz hat an der letzten Piratenversammlung mit grosser Mehrheit beschlossen, den Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ein doppeltes Nein zur Ausschaffungsinitiative und zum Gegenvorschlag zu empfehlen. Im Folgenden erklären wir, welche Überlegungen dazu geführt haben.

    Rechtsgleichheit

    Alle Ausländer, die eines der im Initiativtext aufgeführten Delikte begangen haben, sollen neben der auch für Schweizer gültigen Strafen zusätzlich mit einem Landesverweis sanktioniert werden. So will es die Ausschaffungsinitiative. Die Piratenpartei ist der Meinung, dass dies nicht mit der Schweizer Bundesverfassung vereinbar ist. In Artikel 8 heisst es: «Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich». In der Schweiz leben viele Ausländer, die hier geboren und aufgewachsen sind. Die Piratenpartei meint, dass es für diese kein Sonderrecht braucht – dass es keine Zwei-Klassen-Justiz geben darf. Das Strafrecht muss für alle gleich gelten. Ein Verbrechen ist nicht mehr oder weniger schlimm, wenn es von einem Ausländer oder einem Schweizer begangen wird!

    Aber ist es nicht legitim, jemanden hinauszuwerfen, der das Gastrecht missbraucht?
    Wenn es jemanden betrifft, der freiwillig zugezogen ist, kann man das durchaus so sehen. Jemand, der hier geboren wurde, als Kind hierher gebracht wurde oder als echter Flüchtling in die Schweiz einreiste hat sich dieses Land aber nicht ausgesucht. Die Gast-Metapher kann hier nicht gelten – diese Menschen sind keine Gäste, sondern regulärer Teil der Schweizer Bevölkerung.

    Aber solche Personen können sich ja einbürgern lassen?
    Fakt ist, dass sich viele Ausländer der zweiten und dritten Generation nicht eingebürgert haben. Die Gründe sind unter anderem auch finanzieller Natur. Es gibt keinen Grund, die Bestrafung davon abhängig zu machen, ob sich jemand zur Einbürgerung entschieden hat oder nicht: Straftat bleibt Straftat.

    Verhältnismässigkeit

    Die Ausschaffungsinitiative möchte Bagatelldelikte (wie z.B. unberechtigter Sozialhilfebezug in kleiner Höhe, selbst wenn er ohne Absicht geschieht) mit einer Ausweisung bestrafen – während Schweizer praktisch straffrei davonkommen. Wir erkennen bei diesem Konzept keine Verhältnismässigkeit. Es kommt dazu, dass Ausländer der 2. und 3. Generation ihre Heimat und ihr gesamtes soziales Netz in der Schweiz haben. Eine Ausweisung kommt bei ihnen einer Verbannung gleich. Verbannungsstrafen sind ein Werkzeug des Spätmittelalters; in unserer Zeit haben sie nichts verloren. Menschen zwangsweise zu entwurzeln ist unserer Meinung nach selbst bei schweren Verbrechen nicht verhältnismässig.

    Damit nehmt ihr doch Kriminelle in Schutz?
    Harte Strafen für Kriminelle sind nötig und kein Widerspruch zur Forderung nach Verhältnismässigkeit. Es gibt innerhalb der Schweiz genügend Möglichkeiten zur angemessenen Bestrafung. Des weiteren ist uns der Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Straftätern wichtig: Ein solcher Schutz kann nur durch inländische Massnahmen (im Extremfall bis hin zur Sicherheitsverwahrung) geleistet werden. Landesverweise hingegen bieten der Bevölkerung keinen Schutz, da Täter problemlos erneut einreisen und sich illegal im Land aufhalten können.

    Sippenhaft

    Sehr oft hängt die Aufenthaltsbewilligung einer Familie vom Vater ab, denn der Aufenthaltszweck der Frau lautet «Verbleib beim Ehemann». Wird der Vater ausgewiesen, verlieren auch die restlichen Familienmitglieder das Aufenthaltsrecht, obwohl sie nicht gegen das Gesetz verstossen haben. Bleibt in Härtefällen das Aufenthaltsrecht erhalten, dann wird die Familie auseinandergerissen. Dies gilt es zu verhindern; das Wohl der Kinder geht vor.

    Fazit

    Der Staat soll Kriminelle bestrafen und die Bevölkerung schützen. Aber er soll alle Kriminellen gleich behandeln, er soll die Verhältnismässigkeit wahren, und er soll möglichst keine Unschuldigen mitbestrafen. Leider ist es auch beim Gegenvorschlag keineswegs ausgeschlossen, dass Menschen aus ihrer Heimat – also da, wo sie aufgewachsen sind – verbannt werden. Die Piratenpartei setzt sich für starke Bürger- und Grundrechte ein. Deshalb lehnt sie die Ausschaffungsinitiative sowie den Gegenvorschlag ab.

    Weblinks

    http://www.2xnein.ch

Submitted by admin on 17 October, 2010 - 20:34

Kommentare

  • Aug

    16.
    2011
  • Laura (not verified)

    Laut vimentis.ch steht ihr

    Laut vimentis.ch steht ihr auf meiner "top-liste" nach den Gruenen an zweiter Stelle - dabei kannte ich euch bis anhin kaum! "Cool", dachte ich des öfteren, als ich mich auf eurer Webseite durchklickte. Als Finnisch-Schweizerische Doppelbuergerin erfreute ich mich sehr ueber eure gesellschaftlich, liberale Einstellung gegenueber des Bildungswesens, so wie ich sie leider nur in Finnland kenne. Zudem seit ihr ja, was den Umweltschutz angeht, gar nicht mal so schlecht dran..Weiter so, bin begeistert! Nur duerftet ihr etwas mehr fuer euer Image tun. Wieso nicht in einer "Universitätenstadt" wie Zuerich oder Lausanne Unterschriften sammeln fuer eine eurer Parolen? Ahoi, Laura

    16 August, 2011 - 21:29
  • Jan

    3.
    2011
  • Gast (not verified)

    Verhältnismässigkeit

    mAN KANN NICHT z.B. Nigerianer und CH-Bürger in der Schweiz gleichbehandeln aus einen einzigen Grund, es geht nämlich um Verhältnismässigkeit.Schaut wieviele Nigerianer und wieviele Schweizer machen sich strafbar hierzulande.

    3 January, 2011 - 16:43
  • Jan

    6.
    2011
  • EchoCharlie (not verified)

    1. Deine Shift-Taste

    1. Deine Shift-Taste klemmt... Kann passieren ;)2. Du missverstehst die Bedeutung des Wortes Verhältnissmässigkeit. Verhältnissmässigkeit heisst: Das Strafmass muss in einem angemessenen Verhältnis zur Straftat stehen . Das was du ansprichst ist das Verhältnis von Straffällig gewordenen Aussländern und Schweizer.
    Es wiederspricht dem gängigen Rechtsverständnis und allgemein gesagt: westlichen Werten, Menschen auf Grund ihrer Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder Herkunft unterschiedlich zu behandeln. Dies gilt auch vor dem Gericht.

    6 January, 2011 - 12:34
  • Dec

    8.
    2010
  • The LAW (not verified)

    falscher Entscheid....

    es muss ein zeichen gesetzt werden damit jeder wieder weiss dass er sich zu benehmen hat, leider lernen dies gewisse volksgruppen nur per ausweisung.. wenn überhaupt !

    8 December, 2010 - 14:27
  • Nov

    30.
    2010
  • Chime Sigrist (not verified)

    Gratulation

    Ich bin sehr Positiv überrascht von eurer Parole. Und im Allgemeinen über die Piratenpartei!!  Weiter so!

    30 November, 2010 - 12:37
  • Nov

    22.
    2010
  • Lukas (not verified)

    Überrascht

    Habe früher auch die Anliegen der Piraten Partei verstanden, aber nicht an eine Ernsthaftigkeit dieser Partei geglaubt. Nach dem lesen dieses Textes, der Sachlichkeit der Homepage bin ich aber überrascht und kann sagen, das die Piraten Partei ein ernstes Parteiprogramm und eine ernsthafte Politik anstrebt. Tolle sache!

    22 November, 2010 - 12:17
  • Nov

    18.
    2010
  • ghad (not verified)

    allgemein...

    Jezt hani grad mal chli uf eurä Siitä umegluegt und bin sehr positiv überrascht. Ha bis ezt immer dänkt das mer eui partei nöd ganz ernsch näh chan, muen jezt mini meinig definitiv revidiäre! Ich chan eu bi zimlich jedäre politische forderig zuästimme, am meischt überzügt mich euäs dopplätä nei gäge d uusschaffigsinitiative! macht eu sehr sympatisch!! na witerhin n guete start und misched diä z`bern mal chli uuf!!

    18 November, 2010 - 21:02
  • Oct

    31.
    2010
  • Cryioz (not verified)

    Super!

    Schön, dass die Piratenpartei endlich konkrete Parolen fasst und damit die politsche Landschaft etwas aufmischt. Weiter so!

    31 October, 2010 - 14:23
  • Oct

    22.
    2010
  • Gast (not verified)

    haha

    Also Ihr seit also gegen Zensur. Habt aber meinen Kommentar gelöscht. Sehr glaubwürdig ...

    22 October, 2010 - 18:50
  • Oct

    23.
    2010
  • valio

    Das wäre mir neu

    Hier wird bisher eigentlich nur eindeutiger Spam mit Werbelinks gelöscht.

    23 October, 2010 - 18:31
  • Oct

    25.
    2010
  • Apophis

    Wurde aus versehen gelöscht...

    Meine Antwort wurde auch gelöscht. Das war aber keine Zensur sondern ein Moderator der sich verklickt hat. Ich entschuldige mich hiermit erstmal dafür. Wir haben die Kommentare noch im Backup hoff ich - aber ich weiss nicht ob sich der Aufwand wegen zwei Kommentaren lohnt.

    25 October, 2010 - 19:08