Heute ist der Bericht der Korruptionsbehörde GRECO des Europarates erschienen. Der Bericht war bereits seit Monaten angekündigt, ist nun aber erst nach den nationalen Wahlen publiziert worden. Wenig überaschend wird darin die nicht-existente Regelung der Schweiz bezüglich politischer Spenden beanstandet.
Parteien sind in der Schweiz als einfache Vereine geregelt, jedoch sind Parteispenden keine Privatsache. Da die Parteien die eigentlichen Gesetzgeber im Parlament stellen, geht es die Öffentlichkeit sehr wohl etwas an, wenn diese von Grosskonzernen und reichen Privatpersonen abhängig sind. Nebst der Beeinflussung der Politik untergräbt die fehlende Regelung in der Schweiz auch deren Glaubwürdigkeit mit frappanten Folgen: seit Jahren sinkt die Stimmbeteiligung an eidgenössischen Wahlen.
Der Europarat fordert von der Schweiz Fortschritte in 6 Bereichen zur Parteienfinanzierung und verlangt einen Fortschrittsbericht bis April 2013. Die Forderungen an den Bund und die Kantone im Einzelnen sind
«Angesichts der zentralen Bedeutung von Referendums- und Initiativkampagnen im politischen Leben der Schweiz würde es die GRECO [zudem] begrüssen, wenn diesbezüglich vergleichbaren Bestimmungen in Betracht gezogen würde.» (Medienmitteilung des EJPD)
Die Piratenpartei Schweiz setzt sich bereits seit ihrer Gründung für ein transparentes Staatswesen ein und fordert die Offenlegung der Einkünfte der Parteien und Komitees. Nebst der Veröffentlichung aller Spenden über CHF 500.- pro Jahr beteiligt sich die Piratenpartei Schweiz aktiv an den Initiativen unbestechlich.ch zur Offenlegung der Parlamentarier-Einkünfte und an der Initiative mehr-transparenz.ch von Andi Gross & Andy Tschümperlin (SP) zur Offenlegung der Parteispenden.